Die FUS-Story im Detail

Seit ihrer Gründung im Jahr 1956 ist es die oberste Zielsetzung der Flugzeug-Union Süd, die Materialversorgung, insbesondere des Mutterhauses Airbus und der Luftwaffen sicherzustellen. Wir greifen neue Trends und Technologien in der Materialversorgung auf, um unseren Kunden immer einen hochwertigen Service und einwandfreie Produktqualität zu bieten.

50er Jahre - Gründung MTT-FUS

Gründung der MTT-FUS: Von der Lizenzproduktion bis zur Ersatzteilbeschaffung

Am 1. August 1956 erfolgt die Gründung der Flugzeug-Union Süd (damals MTT-FUS) durch Messerschmitt AG und Heinkel Flugzeugbau GmbH. MTT-FUS koordiniert die Endmontage der Fouga Magister, die von Messerschmitt und Heinkel in Lizenzproduktion hergestellt wird. Als Bindeglied zwischen Luftfahrtindustrie und Bundesluftwaffe ist MTT-FUS nicht nur Versorgungspartner für Ersatzteile. MTT-FUS übernimmt auch die technische vor Ort-Unterstützung und das Dokumentenmanagement für die Lizenzproduktion verschiedener Flugzeugmuster (z.B. Lockheed Model F-104, NATO Starfighter Program). Das neu gegründete Unternehmen mit seinen 12 Mitarbeitern hat seinen Sitz in München und wird Engineering-Partner und Berater der Luftwaffen.

60er Jahre

Flugzeug-Union Süd wird MBB-Tochter und Partner der europäischen Luftwaffen für die Ersatzteilbeschaffung und -versorgung

Aus dem Zusammenschluss der MTT-FUS, dem Entwicklungsring Süd und Junkers-Flugzeug-Motorenwerke entsteht im Jahr 1967 am Standort Ottobrunn die Flugzeug-Union Süd GmbH (FUS) - eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der MBB. Deren Aufgabe ist die Beschaffung von Ersatzteilen für fliegende Systeme der Bundesluftwaffe.

70er Jahre

Spezialisierung auf Ersatzteilbeschaffung und Versorgung für die europäische Luftwaffen, Leicht- und Traditionsflugzeuge

Mit dem Erwerb eines Spezialbetriebs für militärische Verpackung und Konservierung mit Sitz in Dachau steht das Know-How zur Verfügung, das zur Verpackung von Ersatzteilen gemäß militärischen Vorschriften erforderlich ist. Kurz darauf wird ein Vertriebsbüro sowie ein Norm- und Ersatzteillager für die Versorgung der Instandhaltung der Fouga Magister in Paris eröffnet. 1978 übernimmt FUS von MBB die Ersatzteilversorgung für die im Betrieb befindliche Flotte von rund 300 Leichtflugzeugen sowie die Betreuung der Messerschmitt-Traditionsflugzeuge.

80er Jahre

Erweiterung des Produktportfolios: FUS wird Partner der Composite Industrie und Hersteller von Kunststoffstrahlmittel

Der Vertrieb von Nietmaschinen des amerikanischen Herstellers GEMCOR an europäische Flugzeughersteller erfolgt ab dem Jahr 1981 (von 1981 bis 1991). Im Jahr 1984 wird FUS Distributor der amerikanischen Firma RICHMOND und versorgt seither die Composite-Industrie mit Klebe-und Trennmitteln.

Seit dem Erwerb der Lizenz zur Herstellung von Kunststoffstrahlmittel, werden eigens entwickelte Strahlmittel der eingetragenen Marke „Dry Strip“ hergestellt und weltweit vertrieben. Zu diesem Zweck wird 1987 die Firma FDST in Metelen gegründet. Ein weiterer Ausbau dieses Geschäftsfeldes erfolgt 1988 durch die Beteiligung am amerikanischen Strahlmittelhersteller US-Technology Corporation. 1989 beginnt die Motorenumrüstung bei Leichtflugzeugen des Typs SIAT 223 FLAMINGO und Cessna 172 in Kooperation mit Porsche. Das Programm wird einige Jahre später eingestellt.

90er Jahre

Die Serienversorgung des Flugzeugbaus mit Produktions- und Montagematerial wird neben der Ersatzteilversorgung weiterer Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit

Im Jahr 1991 erfolgt der Umzug in größere Geschäftsräume, die sich in der Rudolf-Diesel-Straße 26 in Ottobrunn befinden. Die exklusive Verwertung von Überschussersatzteilen aus dem militärischen Flugzeugbau erfordert den Aufbau eines Verwertungslagers, welches 1994 am Bundeswehr-Flugplatz Manching errichtet und bis zum Jahr 2005 betrieben wird.

FUS erkennt den Bedarf an integrierten Supply Chain-Lösungen im Mutterhaus EADS und übernimmt im Jahr 1995 die Beschaffung von Norm- und Standardteilen für den militärischen und zivilen Flugzeugbau. Diese Dienstleistung wird sukzessive ausgebaut: anfänglich erfolgt die Versorgung der Montagelinien des Augsburger Werks mit Normteilen, 1997 folgt die Montagelinienversorgung in den EADS-Werken Donauwörth und Manching. Im Jahr 1996 überträgt das Mutterhaus EADS (Bereich Militärflugzeuge) FUS die Beschaffung von Normteilen für TORNARDO für ihre militärischen Kunden.

2000-2010

Ausweitung des Kundenstamms in der Serienversorgung des Flugzeugbaus sowie in der Ersatzteilbeschaffung. FUS wird autorisierter Zollpartner

Seit dem Jahr 2003 beschafft FUS für die militärischen Kunden des Mutterhauses Normteile, die zur Instandsetzung und zum Erhalt der EUROFIGHTER Flotten benötigt werden. 2004 wird das Direct Line Feeding weiter ausgebaut. Die Beschaffung von Produktions- und Montagematerial und die just-in-time Versorgung der Montagelinien im EADS-Werk Laupheim beginnt.

Im Jahr 2008 beauftragt ACMA GmbH (Air Carrier Management Agency) FUS mit der Beschaffung von Ersatzteilen für die EUROFIGHTER-Außenlastgeräte MFRL und TEU, welche bis zum heutigen Tage erfolgt. Die Einführung einer IT-gestützten Ausfuhrzollabwicklung erfolgt im Jahr 2009.

2010 bis heute

Digitalisierung der Supply Chain Services in der Produktionsversorgung

Zur Steigerung der Prozesssicherheit und der Qualität der Produktionsversorgung werden digitale Warenmanagement-
systeme entwickelt und an Airbus Produktionsstandorten eingesetzt. Im Jahr 2013 beginnt der Testbetrieb bei den PFW Aerospace GmbH. Die Testbetriebe gehen im Jahr 2015 in den operativen Serienbetrieb über. Im Jahr 2016 folgt der Testbetrieb im Premium Aerotec Werk Augsburg.

Von 2012 bis 2015 versorgt FUS verschiedene Niederlassungen von Airbus Helicopters in den USA mit Normteilen. Ende 2014 erfolgt der Umzug in größere Geschäftsräume in Ottobrunn, um alle Geschäftsbereiche unter einem Dach zusammenzu-führen. Der neue Firmenstandort in der Christa-McAuliffe-Str. 1 umfasst rund 8.000m2 Büro- und Lagerfläche.